Schnellrechner · Nettobeträge ohne Umsatzsteuer
Forderungsausfall berechnen
Berechne, wie viel zusätzlicher Netto-Umsatz bei einer angenommenen Deckungsbeitragsquote rechnerisch erforderlich wäre, um einen Deckungsbeitrag in Höhe eines angenommenen Forderungsausfalls zu erzeugen.
Dein Ergebnis
Trage die offene Netto-Forderung, den angenommenen Ausfallanteil und deine Deckungsbeitragsquote ein und wähle „Forderungsausfall berechnen“.
Was ist in diesem Rechner mit Forderungsausfall gemeint?
Eine Forderung entsteht, wenn du eine Leistung erbracht und in Rechnung gestellt hast, das Geld aber noch nicht eingegangen ist. Zahlt eine Kundin oder ein Kunde ganz oder teilweise nicht, spricht man von einem Forderungsausfall. Im Rechner gibst du dafür die offene Netto-Forderung und einen angenommenen Ausfallanteil ein. Das Ergebnis ist der angenommene Forderungsausfall – eine Modellannahme, keine Feststellung, ob und in welcher Höhe eine Forderung tatsächlich uneinbringlich ist.
Warum ist zusätzlicher Umsatz nicht dasselbe wie der Rechnungsbetrag?
Zusätzlicher Umsatz ist nicht automatisch zusätzliches Geld zur freien Verfügung. Neue Aufträge verursachen in der Regel selbst Kosten, etwa Material, Wareneinsatz oder Fremdleistungen. Nach Abzug dieser variablen Kosten verbleibt nur ein Teil des Umsatzes als Deckungsbeitrag. Deshalb reicht ein zusätzlicher Umsatz in Höhe des ausgefallenen Rechnungsbetrags rechnerisch meist nicht, um denselben Betrag als Deckungsbeitrag zu erzeugen.
Welche Rolle spielt die Deckungsbeitragsquote?
Die Deckungsbeitragsquote gibt an, welcher Anteil des zusätzlichen Netto-Umsatzes nach den dafür angesetzten variablen Kosten als Deckungsbeitrag verbleibt. Firmenplan nennt dafür keinen typischen Wert – die Quote hängt vollständig von deinem Angebot und deinen Kosten ab. Wenn du sie noch nicht kennst, kannst du sie mit dem Rechner Deckungsbeitrag berechnen ermitteln. Die Modellrechnung lautet:
Deckungsbeitrag = zusätzlicher Netto-Umsatz × Deckungsbeitragsquote
Zusätzlicher Netto-Umsatz = angenommener Forderungsausfall ÷ Deckungsbeitragsquote
Diese Formel ist die transparente Rechendefinition dieses Rechners. Der Betrag wird auf den nächsten vollen Cent aufgerundet, damit der rechnerische Deckungsbeitrag den angenommenen Forderungsausfall mindestens erreicht.
Ein kurzes Beispiel
Eine offene Netto-Forderung von 2.000 € fällt in deiner Annahme zur Hälfte aus. Der angenommene Forderungsausfall beträgt dann 1.000 €. Bei einer von dir angegebenen Deckungsbeitragsquote von 40 % wäre rechnerisch ein zusätzlicher Netto-Umsatz von 2.500 € erforderlich, um einen Deckungsbeitrag in Höhe von 1.000 € zu erzeugen.
2.000 € × 50 % = 1.000 € · 1.000 € ÷ 40 % = 2.500 €
Was der Rechner ausdrücklich nicht abbildet
Der Rechner zeigt eine Deckungsbeitrags-Vergleichsrechnung, nicht den vollständigen wirtschaftlichen Schaden. Nicht berechnet werden unter anderem bereits entstandene Kosten für den ausgefallenen Auftrag, entgangener Gewinn, Liquiditätsbedarf, Steuern und Umsatzsteuer, Mahn-, Inkasso- oder Finanzierungskosten, Versicherungsleistungen, die Wahrscheinlichkeit eines späteren Zahlungseingangs und die rechtliche Durchsetzbarkeit einer Forderung. Das Ergebnis ist außerdem keine Prognose, ob zusätzlicher Umsatz tatsächlich erzielbar ist.
Alle Beträge sind Nettobeträge. Wie sich die Umsatzsteuerpflicht auf deine Rechnungen auswirkt, hängt unter anderem davon ab, ob die Kleinunternehmerregelung für dich gilt; die umsatzsteuerliche Behandlung eines Forderungsausfalls berechnet dieser Rechner nicht.
Zusammenhang zu Liquidität und Forderungsmanagement
Ein Forderungsausfall wirkt sich zuerst auf deinen Geldzufluss aus: Geld, mit dem du geplant hast, kommt nicht an. Zusätzlicher Umsatz ersetzt diesen Geldzufluss nicht 1:1 und fließt oft erst später zu. Zeitnahe Rechnungsstellung, die Überwachung von Zahlungseingängen und eine Planung deiner Ein- und Ausgaben helfen, offene Forderungen im Blick zu behalten. Hintergründe erklärt der Ratgeber Liquidität für Selbstständige. Wie sich ein längeres Zahlungsziel rechnerisch auswirkt, zeigt der Rechner Zahlungsziel berechnen; die Grundlagen zum Deckungsbeitrag stehen im Ratgeber Deckungsbeitrag und Break-even. Es werden keine Daten zwischen den Rechnern übertragen.