Zum Inhalt springen

Planungsrechner · Betrieb & Selbstständigkeit

Stundenverrechnungssatz berechnen

Handwerksbetriebe, Dienstleister und Solo-Selbstständige berechnen hier den durchschnittlich erforderlichen Netto-Stundenverrechnungssatz aus ihren Jahreskosten, ihren verrechenbaren Stunden und ihrem Gewinnziel.

Planungsrechnung ohne Konto und ohne Speicherung – keine Steuer-, Lohn- oder Sozialversicherungsberechnung. Wenn du als Selbstständiger wissen willst, welcher Satz nach Steuern und Krankenversicherung dein Wunscheinkommen ergibt, nutze den Stundensatzrechner.

Wie viele Stunden kannst du verrechnen?

Wie arbeitest du?

Wie rechnet der Rechner?

Aus deinen Kapazitätsgruppen ergeben sich die verrechenbaren Jahresstunden H: Personen × Wochenstunden × Arbeitswochen × verrechenbarer Anteil. Die Summe deiner angesetzten Jahreskosten ist C, anderweitige Deckungsbeiträge sind D, das zusätzliche Gewinnziel ist G.

  • Kostendeckender Satz = max(0; C − D) ÷ H
  • Zielstundensatz = max(0; C + G − D) ÷ H

Übersteigen die anderweitigen Deckungsbeiträge die Kosten, trägt der Überschuss bereits zum Gewinnziel bei. Der Satz wird nie negativ. Details stehen in der Methodik.

Stundenlohn, Anwesenheit und verrechenbare Stunden

Ein Stundenverrechnungssatz ist nicht der Bruttostundenlohn eines Mitarbeiters. Für Mitarbeiter setzt du die Arbeitgeber-Gesamtkosten an: Bruttolohn plus Arbeitgeberbeiträge und weitere vom Betrieb getragene Personalkosten. Was eine Stelle kostet, zeigt der Mitarbeiterkosten-Rechner.

Die Arbeitswochen trägst du bereits ohne Urlaub, Feiertage und Krankheit ein. Der verrechenbare Anteil bezieht sich nur auf die verbleibende Arbeitszeit – so wird nichts doppelt abgezogen. Wie viele Stunden nach Feiertagen und Urlaub bleiben, hilft der Rechner Abrechenbare Stunden einzuschätzen.

Unternehmerlohn und Gewinn

Der kalkulatorische Unternehmerlohn vergütet die Arbeit des Inhabers. Das Gewinnziel ist ein zusätzlicher Betrag darüber hinaus, etwa für Risiko oder Investitionen. Setze dasselbe Ziel nicht in beiden Feldern an. Bei einer GmbH kann das Geschäftsführergehalt bereits in den Personalkosten stecken und darf dann nicht noch einmal als Unternehmerlohn erscheinen.

Jahreskosten sind keine Auszahlungen

Für langlebige Anschaffungen gehört ein jährlicher Ansatz wie die Abschreibung in die Rechnung, nicht der volle Kaufpreis. Kredittilgungen sind keine Kosten, Zinsen dagegen schon. Wann Geld fließt, ist eine Frage der Liquiditätsplanung, nicht dieses Rechners.

Durchschnittssatz und einzelner Auftrag

Das Ergebnis ist ein Durchschnitt über alle verrechenbaren Stunden. Einzelne Tätigkeiten oder Mitarbeiter können unterschiedliche Sätze erfordern. Für ein konkretes Angebot rechnest du weiter in Projekt kalkulieren; ab welcher Menge sich deine Fixkosten decken, zeigt der Break-even-Rechner. Es werden keine Daten zwischen den Rechnern übertragen. Ein durchgängiges Beispiel vom Jahressatz bis zum Auftrag zeigt die Seite Kalkulation im Handwerk.

Grenzen des Modells

  • Planungsrechnung mit einem durchschnittlich erforderlichen Netto-Satz.
  • Die angesetzten Stunden müssen tatsächlich verrechenbar sein.
  • Das Ergebnis setzt richtige Jahreskosten und Deckungsbeiträge voraus.
  • Der Unternehmerlohn ist kalkulatorisch und nicht automatisch steuerlicher Aufwand.
  • Nicht jede betriebliche Auszahlung ist ein Aufwand.
  • Material und Fremdleistungen müssen konsistent abgegrenzt werden.
  • Die Umsatzsteuer wird nicht berechnet.
  • Die Preisakzeptanz am Markt wird nicht berücksichtigt.
  • Keine Garantie, dass Stunden, Deckungsbeiträge oder Gewinnziele erreicht werden.
  • Keine individuelle Steuer- oder Unternehmensberatung.

Häufige Fragen

Was ist ein Stundenverrechnungssatz?
Der Netto-Betrag, den ein Betrieb durchschnittlich je verrechenbarer Arbeitsstunde erzielen muss, damit die angesetzten Jahreskosten gedeckt sind und ein Gewinnziel erreicht wird. Er wird ohne Umsatzsteuer kalkuliert.
Was ist der Unterschied zwischen Stundenlohn und Stundenverrechnungssatz?
Der Stundenlohn ist das, was ein Mitarbeiter je Arbeitsstunde brutto verdient. Der Stundenverrechnungssatz muss darüber hinaus Arbeitgeberkosten, nicht verrechenbare Zeiten, Räume, Fahrzeuge, Verwaltung, Unternehmerlohn und Gewinn tragen. Er ist deshalb deutlich höher.
Warum sind nicht alle Arbeitsstunden verrechenbar?
Neben Urlaub, Feiertagen und Krankheit fallen auch in der verbleibenden Arbeitszeit Tätigkeiten an, die keinem Auftrag berechnet werden: Organisation, nicht berechnete Fahrten, Vorbereitung, Leerlauf oder Nacharbeit.
Wie wird der kalkulatorische Unternehmerlohn berücksichtigt?
Als eigener Kostenblock für die Arbeit des Inhabers. Er ist eine betriebswirtschaftliche Rechengröße, keine Privatentnahme und nicht automatisch eine steuerliche Betriebsausgabe. Erhält der Inhaber bereits ein Gehalt, das in den Personalkosten steckt, wird er nicht zusätzlich angesetzt.
Warum können Materialaufschläge den erforderlichen Stundenverrechnungssatz beeinflussen?
Was aus Materialaufschlägen oder separat kalkulierten Leistungen nach Abzug der zugehörigen Kosten übrig bleibt, trägt bereits einen Teil der Jahreskosten und des Gewinnziels. Diesen Deckungsbeitrag – nicht den Materialumsatz – kannst du abziehen. Dadurch sinkt der Betrag, der über Arbeitsstunden zu finanzieren ist.
Ist der berechnete Satz ein verbindlicher Marktpreis?
Nein. Er zeigt, was nach deinen eigenen Zahlen durchschnittlich nötig wäre. Ob er sich am Markt durchsetzen lässt, hängt von Branche, Region, Kunden und Leistung ab. Branchenübliche Sätze nennt Firmenplan nicht.

Fachliche Orientierung

Das Firmenplan-Modell ist ein bewusst vereinfachtes, offengelegtes Jahreskostenmodell und kein offizielles Kammerverfahren. Als fachliche Orientierung dienten Kalkulationshilfen von Handwerkskammern: