Was bleibt von einer Onlinebestellung übrig?
- Bruttoverkaufspreis
- Der Preis, den die Kundin oder der Kunde zahlt.
- Wirtschaftlicher Verkaufserlös
- Was davon dem Unternehmen wirtschaftlich zusteht. Bei Regelbesteuerung ist die im Bruttopreis enthaltene Umsatzsteuer grundsätzlich kein Erlös des Unternehmens.
- Variable Kosten
- Kosten, die mit der einzelnen Bestellung entstehen, etwa Ware, Versand und Gebühren.
- Deckungsbeitrag
- Verkaufserlös minus variable Kosten der Bestellung.
- Laufende Fixkosten
- Kosten, die unabhängig von der einzelnen Bestellung anfallen, etwa Shopsoftware oder Lagermiete.
- Unternehmensgewinn
- Was nach Abzug auch der Fixkosten aus der Summe aller Deckungsbeiträge bleibt.
Zur steuerlichen Einordnung, knapp und allgemein: Wer zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, betrachtet seine Kosten grundsätzlich ohne die abziehbare Vorsteuer. Nicht abziehbare Vorsteuer kann dagegen wirtschaftlich zu den Kosten gehören. In der vereinfachten Kleinunternehmer-Betrachtung wird der vereinnahmte Verkaufspreis nicht um eine ausgewiesene Umsatzsteuer gemindert; gezahlte Vorsteuer zählt dort zu den Kosten. Ob und wie das im Einzelfall gilt, ist eine Frage für die steuerliche Beratung.
Ein fiktives Beispiel mit frei gewählten Zahlen – keine Branchenwerte –, ohne Retouren. Der Betrag oben ist bereits der wirtschaftliche Verkaufserlös; davon wird keine Umsatzsteuer mehr abgezogen.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Wirtschaftlicher Verkaufserlös | 50,00 € |
| Wareneinsatz | −20,00 € |
| Versand und Verpackung | −5,00 € |
| Verkaufs- und Zahlungsgebühren | −5,00 € |
| Werbekosten | −6,00 € |
| Deckungsbeitrag | 14,00 € |
Die 14,00 € stehen zur Deckung weiterer, hier nicht berücksichtigter Unternehmenskosten und eines möglichen Gewinns zur Verfügung. Sie sind nicht automatisch Unternehmensgewinn.
Welche Kosten entstehen im Onlinehandel?
- Wareneinsatz
- Kosten der verkauften Ware, etwa Einkaufskosten oder zurechenbare Herstellungskosten.
- Versand und Verpackung
- Versanddienstleister, Verpackungsmaterial und gegebenenfalls auftragsbezogene Fulfillment-Leistungen.
- Verkaufsgebühren
- Gebühren von Marktplätzen und anderen Vertriebskanälen – prozentual, fest oder kombiniert.
- Zahlungsgebühren
- Kosten der Zahlungsabwicklung, ebenfalls oft mit festen und prozentualen Bestandteilen.
- Werbung
- Zum Beispiel die durchschnittlich zurechenbaren Werbekosten je ursprünglich aufgegebener Bestellung – nicht automatisch das gesamte Monatsbudget für Marketing.
- Weitere variable Kosten
- Sonstige Kosten, die einer Bestellung wirtschaftlich zuzurechnen sind.
- Laufende Fixkosten
- Shopsoftware und weitere Softwareabonnements, Lagerraummiete, Verwaltung, betriebliche Versicherungen und andere allgemeine Unternehmenskosten.
Variable Kosten gehören in die Bestellkalkulation. Laufende Fixkosten müssen zusätzlich durch die Summe der Deckungsbeiträge gedeckt werden. Jede Kostenposition wird nur einmal angesetzt. Das ist eine vereinfachte Einordnung: Ob eine Kostenart fix oder variabel ist, hängt davon ab, wie sie bei dir tatsächlich anfällt.
Wie verändern Retouren die Wirtschaftlichkeit?
Wird eine Bestellung vollständig erstattet, entfällt der Verkaufserlös. Bereits entstandene Kosten können aber bestehen bleiben, und es kommen gegebenenfalls Retourenkosten hinzu. Gleichzeitig kann die zurückerhaltene Ware wieder einen wirtschaftlich nutzbaren Wert haben. Wichtig sind vor allem ursprünglicher Versand, Werbung, nicht erstattete Verkaufs- und Zahlungsgebühren, zusätzliche Retourenkosten und der Wert der zurückerhaltenen Ware. Dieser zurückgewonnene Warenwert ist keine neue Einnahme und kein zusätzlicher Umsatz – er gleicht nur den Wareneinsatz ganz oder teilweise aus.
Fortsetzung des Beispiels mit zusätzlichen Modellannahmen für eine vollständige Retoure: Der volle Preis wird erstattet, die Ware (20,00 €) vollständig zurückgewonnen. Von den 5,00 € Gebühren werden 3,00 € erstattet, 2,00 € bleiben. Versand (5,00 €) und Werbung (6,00 €) bleiben bestehen, dazu kommen 7,00 € Retourenkosten. Weitere Kosten entstehen nicht.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Wareneinsatz | −20,00 € |
| Zurückgewonnener Warenwert (kein Umsatz) | +20,00 € |
| Versand und Verpackung | −5,00 € |
| Verbleibende Gebühren | −2,00 € |
| Werbekosten | −6,00 € |
| Retourenkosten | −7,00 € |
| Deckungsbeitrag | −20,00 € |
Nimmt man an, dass 10 % der ursprünglich aufgegebenen Bestellungen vollständig retourniert und 90 % behalten werden, ergibt sich als Erwartungswert je ursprünglich aufgegebener Bestellung: 0,9 × 14,00 € + 0,1 × (−20,00 €) = 10,60 €. Der Retoureneffekt beträgt 10,60 € − 14,00 € = −3,40 €.
Unter diesen frei gewählten Annahmen sinkt der erwartete Deckungsbeitrag also von 14,00 € auf 10,60 €. Das ist ein rechnerischer Erwartungswert, kein garantiertes Ergebnis einer tatsächlichen Bestellung. Die Retourenquote von 10 % ist eine Beispielannahme, kein Branchenwert.
Wer welche Rücksendekosten trägt, lässt sich nicht pauschal sagen: Bei Verbraucherverträgen können gesetzliche Pflichten, Informationspflichten und die konkreten Bedingungen eine Rolle spielen. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung.
Der E-Commerce-Gewinnrechner bildet vollständig behaltene oder vollständig retournierte Bestellungen ab. Teilretouren, gemischte Warenkörbe und gesondert berechnete Versandentgelte sind nicht enthalten. Retouren in der Bestellkalkulation berücksichtigen.
Fünf passende Rechner für den Onlinehandel
Die Rechner arbeiten eigenständig; Werte werden nicht automatisch zwischen ihnen übertragen.
- E-Commerce-GewinnrechnerWas bleibt nach Gebühren, Versand, Werbung und Retouren von einer Onlinebestellung übrig? Der zentrale Rechner für diese Seite – je Bestellung, wahlweise mit Retourenquote.
- HandelskalkulationWie lässt sich aus Einkaufskosten und einer gewünschten Kalkulation ein Verkaufspreis ableiten? Klassische Preiskalkulation; Marktplatzgebühren und Retouren sind dort nicht enthalten.
- StückkostenWelche Kosten entstehen je hergestellter oder kalkulierter Produkteinheit? Besonders bei eigener Herstellung und Eigenmarken. Das Ergebnis trägst du bei Bedarf selbst als Wareneinsatz ein.
- Break-evenWelche Absatzmenge deckt die berücksichtigten Fixkosten bei gegebenem Preis und variablen Kosten? Welche Kosten du einbeziehst, legst du selbst fest.
- InvestitionsrechnerWie lässt sich eine größere Anschaffung wirtschaftlich beurteilen – etwa Lagertechnik, eine Verpackungsmaschine oder betriebliche Ausstattung? Eine Modellrechnung, keine Renditegarantie.
Vom Deckungsbeitrag zur Unternehmensplanung
- Deckungsbeitrag einer Bestellung: was eine einzelne Bestellung zur Kostendeckung beiträgt.
- Laufende Unternehmenskosten: Fixkosten, die unabhängig von einzelnen Bestellungen anfallen.
- Notwendiger Absatz: wie viele Bestellungen mit ihrem Deckungsbeitrag nötig sind, um diese Kosten zu decken.
- Betriebliche Liquidität: ob zu jedem Zeitpunkt genug Geld verfügbar ist.
Eine Bestellung kann einen positiven Deckungsbeitrag haben, obwohl das Unternehmen insgesamt noch nicht profitabel ist. Und ein rentables Unternehmen kann trotzdem vorübergehend knapp bei Kasse sein – etwa weil Ware vor dem Verkauf bezahlt wird, ein Lager aufgebaut wird, Zahlungsfristen laufen, Auszahlungen verzögert eingehen oder Rückerstattungen fällig werden.
Mehr zu Zahlungszeitpunkten im Ratgeber Liquidität für Selbstständige. Stückkalkulation, Handelsspanne und Gewinnschwelle eines Produkts behandelt die Seite Einzelhandel kalkulieren.