Ein hoher Mietpreis bedeutet nicht automatisch eine wirtschaftliche Vermietung. Entscheidend ist, wie sich die Kosten auf die tatsächlich bezahlten Vermietungen verteilen. Die folgenden Abschnitte zeigen, welche Kosten dazugehören, wie du daraus einen kostendeckenden Mietpreis ableitest und wo die Rechnung an Grenzen stößt.
Welche Kosten solltest du bei der Vermietung berücksichtigen?
Anschaffung und wirtschaftliche Nutzungsdauer
Jede Maschine verursacht zunächst Anschaffungskosten. Der geplante Restwert am Ende der Nutzung mindert den kalkulatorischen Wertverzehr: Die Anschaffung abzüglich Restwert wird rechnerisch auf die Nutzungsjahre verteilt. Die wirtschaftliche Nutzungsdauer ist dabei eine eigene Planungsannahme – der kalkulatorische Wertverzehr ist keine steuerliche Abschreibung.
Laufende Betriebskosten
Versicherung, Lagerung, regelmäßige Wartung und weitere laufende Aufwendungen. Als jährliche Fixkosten gehören sie nur dann in die Rechnung, wenn sie in deinem Modell unabhängig davon anfallen, wie oft das Gerät vermietet wird.
Variable Kosten je Vermietung
Einsatzabhängiger Verschleiß, Reinigung, Verbrauchsmaterial oder direkt zuordenbare Kosten für Übergabe und Rücknahme. Welche Positionen das sind, hängt vom Geschäftsmodell ab. Wartung ist nicht automatisch variabel: Regelmäßige Wartung nach Kalender gehört zu den Fixkosten, einsatzabhängige Wartung kann variabel sein. Jede Position zählt nur an einer Stelle – nie doppelt.
Auslastung und Standzeiten
- Nicht jeder verfügbare Tag ist ein bezahlter Vermiettag.
- Wartung und Reparaturen können die Verfügbarkeit einschränken.
- Die Nachfrage kann im Jahresverlauf schwanken.
- Eine zu optimistische Vermietungsmenge führt zu einem zu niedrig kalkulierten Mindestpreis.
Welcher Mietpreis deckt deine geplanten Kosten?
Der Mietpreis- und Auslastungsrechner verarbeitet diese Angaben:
- Anschaffungswert und geplanter Restwert
- wirtschaftliche Nutzungsdauer
- jährliche fixe Betriebskosten
- variable Kosten je Vermietungseinheit
- erwartete bezahlte Vermietungseinheiten und geplanter Mietpreis
- optional einen jährlichen Zielüberschuss und eine maximale Jahreskapazität
Daraus ermittelt er unter anderem den kalkulatorischen jährlichen Wertverzehr, die jährlichen Fixkosten, den Deckungsbeitrag je Vermietung, den kostendeckenden Mietpreis bei der geplanten Menge, die erforderliche Vermietungsmenge und das kalkulatorische Jahresergebnis. Als Einheit wählst du zum Beispiel Vermiettag oder Vermietvorgang; der Rechner rechnet Einheiten nicht ineinander um.
Mietpreis und Auslastung berechnenBeispiel: Ein Gerät wirtschaftlich vermieten
Ein fiktiver Planungsfall mit einem einzelnen Gerät. Die Werte sind Annahmen, keine Markt- oder Branchenwerte.
| Eingabe | Wert |
|---|---|
| Anschaffungswert | 12.000 € |
| Geplanter Restwert | 2.000 € |
| Wirtschaftliche Nutzungsdauer | 5 Jahre |
| Jährliche fixe Betriebskosten | 3.000 € |
| Variable Kosten je Vermiettag | 20 € |
| Erwartete bezahlte Vermiettage | 100 |
| Geplanter Mietpreis je Vermiettag | 90 € |
| Ergebnis | Wert |
|---|---|
| Kalkulatorischer Wertverzehr jährlich | 2.000 € |
| Jährliche Fixkosten insgesamt | 5.000 € |
| Deckungsbeitrag je Vermiettag | 70 € |
| Kostendeckender Mietpreis bei 100 Vermiettagen | 70 € |
| Kostendeckung ab | 72 Vermiettagen |
| Kalkulatorisches Jahresergebnis | +2.000 € |
So setzen sich die Werte zusammen
- Wertverzehr: (12.000 € − 2.000 €) ÷ 5 = 2.000 €
- Fixkosten: 2.000 € + 3.000 € = 5.000 €
- Deckungsbeitrag: 90 € − 20 € = 70 €
- Kostendeckender Mietpreis: 5.000 € ÷ 100 + 20 € = 70 €
- Benötigte Vermiettage: 5.000 € ÷ 70 € = 71,4…, aufgerundet 72. Bei 71 Vermiettagen ergibt sich −30 €, bei 72 +40 €.
- Jahresergebnis: 100 × 70 € − 5.000 € = +2.000 €
Welche Entscheidungen solltest du zusätzlich planen?
Investitionen beurteilen
Vor dem Kauf einer weiteren Maschine prüfen, ob die erwarteten wirtschaftlichen Vorteile den Kapitaleinsatz rechtfertigen.InvestitionsrechnerKosten und Gewinnschwelle verstehen
Aus Fixkosten, variablen Kosten und Preis je Einheit bestimmen, ab welcher Menge die Kosten gedeckt sind.Break-even-RechnerUmsatzziele planen
Ein Umsatzziel sollte zu realistischen Preisen, Kapazitäten und der erwarteten Nachfrage passen.Umsatzziel-Rechner
Was die Kalkulation nicht automatisch berücksichtigt
Der Mietpreis-Rechner ist ein vereinfachtes kalkulatorisches Planungsmodell. Nicht automatisch enthalten sind zum Beispiel:
- Finanzierungskosten und kalkulatorische Kapitalverzinsung,
- steuerliche Abschreibungsregeln,
- unterschiedliche Mietpreise nach Saison oder Mietdauer,
- eine detaillierte Planung mehrerer Maschinen,
- konkrete Termin- und Verfügbarkeitsplanung,
- Zahlungsströme und Liquiditätsentwicklung – das Jahresergebnis ist keine Liquiditätsrechnung,
- nicht ausdrücklich angesetzte Transport-, Personal- oder Servicekosten.
Relevante Kosten müssen sachgerecht in den Annahmen berücksichtigt oder separat geplant werden. Rechnerische Kostendeckung garantiert weder Nachfrage noch wirtschaftlichen Erfolg.